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10 unkonventionelle Mittel gegen Regelbeschwerden

Kommentar schreiben Aktualisiert am 22. September 2019

Es passiert im Schnitt alle 28 Tage: Ein nicht befruchtetes Ei wird vom weiblichen Körper abgestoßen und es kommt zur Menstruation. Diese ist oft mit krampfartigen Schmerzen in Bauch und Rücken, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen verbunden. Doch was hilft gegen die Regelschmerzen? Wir haben zehn Methoden recherchiert, die sie vermutlich noch nicht gegen Menstruationsbeschwerden ausprobiert haben.  Es ist die unangenehmste Zeit im Zyklus. Während der Menstruation wir die in der Gebärmutter aufgebaute Schleimhaut mitsamt dem unbefruchteten Ei vom Körper abgestoßen. Die begleitenden Symptome werden in ganz unterschiedlicher Intensität wahrgenommen. Manche Frauen spüren lediglich ein leichtes Ziehen im Unterleib wohingegen andere krampfartige Schmerzattacken durchleiden. Vor allem währen der ersten zwei bis drei Tage sind die Menstruationsbeschwerden am intensivsten.

Schmerzen währen der Menstruation durch Prostaglandine und schlechte Durchblutung

Der Grund dafür ist der Hormoncocktail während dieser Phase. In der Gebärmutter kommt vermehrt der Botenstoff Prostaglandin vor. Er verursacht die Abstoßung der aufgebauten Schleimhaut und sorgt für die Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur. Dadurch kann das Gewebe nicht mehr gut durchblutet werden und es kommt zu den krampfartigen Schmerzen. Die meisten Frauen leiden bereits ab der ersten Monatsblutung (Menarche) unter Menstruationsbeschwerden. Je früher die Blutung einsetzt, desto wahrscheinlicher sind die Beschwerden. Bei älteren Frauen (ab 25 Jahren) lassen die Regelschmerzen meist etwas nach. Auch die Geburt eines Kindes kann dazu führen, dass die Regelbeschwerden deutlich zurückgehen.

Primäre und sekundäre Menstruationsbeschwerden

Mediziner unterscheiden zwei Arten von Regelschmerzen (Dysmenorrhö): Die primären Regelschmerzen und die sekundären Regelschmerzen. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Menstruationsbeschwerden um primäre Regelschmerzen. Das bedeutet: Es liegt keine Krankheit zugrunde, die die Beschwerden verursacht. Krämpfe und Co sind eine natürliche Begleiterscheinung der Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut. Bei den sekundären Regelschmerzen liegt eine gynäkologische Erkrankung vor, die die Beschwerden verursacht. Das kann etwa Endometriose sein, eine schmerzhafte Wucherung der Gebärmutterschleimhaut in anderes Organgewebe. Vor allem Frauen zwischen 30 und 40 leiden häufig an der sekundären Form.

Was hilft gegen Menstruationsbeschwerden?

Viele Frauen handhaben die Schmerzen während der Periode ähnlich: Wärmflasche auf den Bauch und ab auf die Couch. Wer sich nicht einfach ablegen kann, greift vermehrt zu schmerzlindernden Medikamenten. Doch das muss nicht sein. Es gibt mehrere unorthodoxe Methoden, wie Sie ihre Menstruationsbeschwerden in den Griff bekommen können – ganz ohne Aspirin, Ibuprofen und Co.

#1 Bewegung gegen Schmerzen

Bewegung ist ein bewährtes Mittel gegen Menstruationsschmerzen. Ein Spaziergang an der frischen Luft, eine kleine Joggingrunde oder leichte Gymnastik können dabei helfen, die Krämpfe im Unterleib zu lockern und die Schmerzen zu lösen. Wichtig ist: Hilfreich ist, was gut tut. Wer sich partout nicht wohl fühlt und das Bett nicht verlassen will, sollte auf die Sporteinheit verzichten. Doch bei leichten bis mittleren Beschwerden kann Bewegung wahre Wunder wirken. Auch, wer während des gesamten Zyklus immer wieder Sport treibt, kann den Regelschmerzen vorbeugen.

#2 Richtige Ernährung gegen Krämpfe

Viele Nährstoffe wirken sich positiv auf die Muskelkontraktionen im Unterleib aus. Vor allem Magnesium ist hervorzuheben. Wer seinen Nährstoffbedarf deckt und sich gesund und ausgewogen ernährt, kann die Beschwerden während der Periode verringern. Täglich eine Banane ist besonders empfehlenswert. Neben viel Magnesium sind auch B-Vitamine enthalten.

#3 Kein Koffein, kein Alkohol, keine Zigaretten

Viele Frauen berichten, dass der Verzicht auf Koffein die Schmerzen während der Menstruation verringern kann. Ein Selbstversuch kann zeigen, ob auch bei Ihnen das Koffein aus dem Morgenkaffe oder dem schwarzen Tee die Beschwerden zusätzlich anschürt. Auch der Verzehr von Alkohol und Nikotin kann einen negativen Einfluss auf das Schmerzempfinden haben. Auch hier kann ein Verzicht bei manchen Frauen Wunder wirken.

#4 Schokolade gegen Regelbeschwerden?

Ein Schweizer Chocolatier hat eine Schokolade speziell für Frauen entwickelt. Sie enthält neben einem hohen Kakaoanteil zwölf verschiedene Kräuter, die währen der Menstruation die Schmerzen lindern sollen. „Frauenmond“ ist allerdings ein teures Therapeutikum: Die 110 Gramm Tafel schlägt mit über elf Euro ein ordentliches Loch in die Kasse. Bei starken Menstruationsbeschwerden und Heißhunger auf Süßes allerdings eine lohnende Überlegung.

#5 Allzweckwaffe Kräutertee

Wer regelmäßig von Krämpfen und Schmerzen in Unterleib und Rücken geplagt wird, kann mit verschiedenen Kräuteraufgüssen gegensteuern. Frauenmantel ist eine Allzweckwaffe gegen Unterleibsbeschwerden. Auch Kamille, Johanniskraut und Gänsefingerkraut eignen sich zum Aufbrühen eins Tees. Davon sollte mehrmals täglich eine Tasse getrunken werden. Doch Vorsicht: Zubereitungen mit Johanniskraut kann Einfluss auf hormonelle Verhütungsmethoden nehmen. Vorab sollte eine Behandlung deshalb mit dem Gynäkologen oder dem Apotheker abgesprochen werden. Welche Heilpflanzen noch bei Regelschmerzen helfen können, lesen Sie im Beitrag "Heilpflanzen gegen Regelschmerzen"

#6 Yoga gegen Regelbeschwerden

Yoga eignet sich hervorragend, um gegen Menstruationsschmerzen vorzugehen. Auf komplizierte Stellungen über Kopf und kraftraubende Positionen sollte zwar verzichtet werden, doch Übungen, die Rücken und Bauch dehnen können krampflösend wirken. Eine mögliche Stellung ist „das Pendel“: Sie legen sich auf den Rücken, strecken die Arme über den Kopf aus und ziehen ihre Beine an den Bauch heran. Dann langsam die Beine auf eine Seite schwenken und die Stellung halten. Dabei ruhig und tief ein- und ausatmen. Die Bewegung dann auf der anderen Seite wiederholen.

#7 Strom gegen Schmerzen im Unterleib

Vor wenigen Jahren haben Forscher eine Methode entwickelt um Unterleibsbeschwerden mit leichten elektronischen Impulsen zu unterbinden. Die Geräte (z.B. „Livia“) sehen aus wie ein MP3-Player und werden an den Hosenbund geklemmt. Zwei Elektroden werden auf dem Bauch – auf Höhe der Eierstöcke – angebracht und übertragen den Impuls. Schmerzhaft ist das nicht, Verwenderinnen berichten von einem leichten Kribbeln auf der Haut. Die Impulse stimulieren die Nervenzellen so, dass die Schmerzweiterleitung zum Gehirn unterbrochen ist. Die Folge: Die Schmerzen sollen auf Knopfdruck verschwinden. Die Geräte gibt es online zu kaufen und kosten zwischen 80 und 150 Euro.

#8 Akupressur gegen die Schmerzen        

Wer kein Geld für die Therapie der Regelschmerzen ausgeben möchte, kann es durch die Stimulation bestimmter Akupressur punkte versuchen. Ein Energiepunkt sitzt an der Innenseite des Unterschenkels, etwa eine Hand breit unter dem Knie. Kommt es zu Unterleibsschmerzen kann es helfen, diese Stelle über mehrere Minuten hinweg zu massieren und leichten Druck auszuüben. Ein ausgebildeter Therapeut kann die Akupressur fachkundig durchführen und der Betroffenen zeigen, wie bei akuten Beschwerden am besten selbst Hand angelegt werden kann. Gerade für die erste Anwendung ist ein das Wissen eins Fachmanns sehr hilfreich. Wer die Technik beherrscht kann währen der Periode mehrmals täglich de Stelle stimulieren und so die Schmerzen abklingen lassen.

#9 Akupunktur bei Menstruationsbeschwerden

Eine ähnliche Wirkung hat Akupunktur bei Regelschmerzen. Die feinen Nadeln werden bei Unterleibsbeschwerden an Bauch, Händen, Beinen, Füßen und Ohren angebracht und reizen die Nervenbahnen des Körpers so, dass die Schmerzen abklingen. Die Akupunktur dauert etwa 30 bis 60 Minuten, dann werden die Nadeln entfernt. Bereits nach sechs bis zehn Sitzungen können die Schmerzen verschwinden. Großer Pluspunkt: Einige Krankenkassen kommen für die Behandlung auf. Ein Anruf bei der Kasse vorab ist empfehlenswert.

#10 Sex während der Periode

Es klingt etwas paradox aber Sex während der Menstruation kann dabei helfen, die Beschwerden zu lindern. Die Ursache für diesen Effekt ist einfach: Nach dem Verkehr und vor allem nach einem Orgasmus entspannt sich die Gebärmuttermuskulatur. Außerdem werden Glückshormone wie Serotonin und Oxytocin ausgeschüttet, die schmerzlindernd wirken und zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen.

Fazit: Generell hilft alles, was entspannt

Prinzipiell ist jede Form der Entspannung hilfreich gegen Menstruationsbeschwerden. Wärme und Ruhe sind eine gute Kombination gegen Krämpfe und Schmerzen, doch auch gute Gesellschaft und Lachen kann positiv auf den Körper wirken. Psychischer und physischer Stress verstärken meist die Symptome während der Blutung und sollten daher gemieden werden. Kommt es dennoch zu starken Schmerzen helfen die aufgeführten Tipps um trotzdem agil und fit durch den Tag zu kommen.

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Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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