Hydroxychloroquin
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Hydroxychloroquin
Was ist Hydroxychloroquin?
Hydroxychloroquin zählt zur Wirkstoffgruppe der Malariamittel und besitzt entzündungshemmende, immunmodulierende, antiparasitäre und antivirale Eigenschaften.
Hydroxychloroquin ist strukturell eng mit dem Arzneistoff Chloroquin verwandt, ist jedoch weniger toxisch und kann in höheren Dosen über längere Zeiträume angewendet werden. In Arzneimitteln liegt es als Hydroxychloroquinsulfat vor.
Wie wirkt Hydroxychloroquin?
Hydroxychloroquin wirkt über einen nicht ganz aufgeklärten Mechanismus.
Die Anti-Malaria-Wirkung wird unter anderem über die Bindung an Porphyrine erklärt. Hierbei handelt es sich um Zwischenprodukte der Häm-Bildung – dem eisenhaltigen Farbstoffanteil im Blutfarbstoff Hämoglobin, der sich in den roten Blutkörperchen befindet. In Folge kommt es zur Zerstörung, Hemmung oder Entwicklungsstörung der Malariaerreger.
Die genaue Wirkung bei der Therapie entzündlich-rheumatischer und immunologischer Erkrankungen ist nicht bekannt. Man weiß lediglich, dass Hydroxychloroquin die Immunabwehr günstig beeinflusst, und damit positiv in den Krankheitsverlauf eingreift.
Wann wird Hydroxychloroquin angewendet?
Hydroxychloroquin wird bei folgenden Krankheitsbildern angewendet:
Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke und ist auch unter dem Begriff „chronische Polyarthritis“ bekannt. Die Ursachen sind bis heute nicht geklärt. Neben genetischen Faktoren scheinen Umwelteinflüsse wie z. B. Rauchen eine nicht unerhebliche Rolle zu spielen. Zellen des Immunsystems greifen das eigene Körpergewebe an, im medizinischen Sprachgebrauch wird daher auch von einer Autoimmunerkrankung gesprochen.
In Folge entzünden sich die Gelenke, Gelenkknorpel und Knochen werden geschädigt und im schlimmsten Fall irreversibel zerstört.
Juvenile idiopathische Arthritis
Eine juvenile idiopathische Arthritis liegt dann vor, wenn die rheumatische Erkrankung vor dem 16. Lebensjahr beginnt, mindestens sechs Wochen besteht und andere mit einer Gelenkentzündung einhergehende Erkrankungen ausgeschlossen sind. In den meisten Fällen sind die Gelenke betroffen, die Krankheit kann aber auch Organe befallen.
Diskoider und systemischer Lupus erythematodes
Der systemische Lupus Erythematodes ist ebenfalls eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene gesunde Zellen angreift und so eine Entzündungsreaktion auslöst. Hierbei kann potentiell jedes Organsystem betroffen sein und geschädigt werden.
Der diskoide Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung der Haut. In Folge bilden sich scharf abgegrenzte, runde, rote Flecken auf der Haut, die abschuppen und an den betroffenen Stellen zu Narbenbildung und Haarausfall führen können.
Die Ursache beider Lupusformen sind ebenfalls noch nicht abschließend geklärt. Auch hier geht man von genetischen, sowie hormonellen Einflüssen aus.
Prophylaxe und Behandlung von unkomplizierter Malaria, verursacht durch Plasmodium vivax, P. ovale, P. malariae und Chloroquin-empfindlichem Plasmodium falciparum
Bei Malaria handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die überwiegend in den Tropen und Subtropen vorkommt. Hierbei werden die Malariaparasiten (Plasmodien) von der Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen. Während ihrer Entwicklung nehmen die Plasmodien verschiedene Formen an. Eine Erregerform dringt aktiv in die roten Blutkörperchen ein. Sie vermehrt sich dort so lange, bis die Blutzelle platzt und die neu entstandenen Erreger in die Blutbahn entleert. Diese befallen in Folge neue Blutkörperchen. Je nach Malaria-Erreger können Symptome und Prognose stark variieren.
Hydroxychloroquin wurde für die Behandlung von Covid-19 untersucht. Studien zeigen klar, dass das Malariamittel bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus nicht helfen kann. Auch eine vorbeugende Wirkung ist unwahrscheinlich. Des Weiteren erhöht Hydroxychloroquin das Risiko für kardinale Probleme. Hierbei handelt es sich um bekannte Nebenwirkungen, die Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand einschließen. Aber auch neuropsychiatrische Störungen wie Schlaflosigkeit, Verwirrung, Psychose, Störungen der Leberfunktion sowie neuronale Schäden zählen zu den unerwünschten Effekten unter der Einnahme von Hydroxychloroquin.
Quellen:
Mutschler Arzneimittelwirkungen. 8. Auflage
Taschenatlas Pharmakologie, 5. Auflage
Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
Fachinformationen der Fertigarzneimittel
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Malaria.html
https://www.cochrane.de/news/nuetzen-chloroquin-oder-hydroxychloroquin-bei-der-behandlung-oder-vorbeugung-von-covid-19
https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RI/2020/RI-hydroxychloroquin2.html